Russian Fishing 4 Test

Russian Fishing 4 – Kompliziert, kantig und ziemlich gut

Da im Chat meines Livestreams sehr oft Russian Fishing 4 erwähnt wurde, musste ich mir natürlich den Angelsimulator anschauen und deswegen gibt es jetzt auch den Test von Russian Fishing 4, da ich euch meine Erfahrung und Meinung natürlich nicht vorenthalten möchte.

In Russian Fishing 4 tun wir genau das, was der Name vermuten lässt. Wir holen einen Fisch nach dem anderen aus dem jeweiligen See/Fluss, verbessern unsere Ausrüstung und versuchen den dicksten Fisch an Land zu holen. Dazu steht uns sehr viel Ausrüstung zur Verfügung und die Komplexität des Spiels kann überfordernd werden.

Was genau das Spiel richtig macht und wo es noch einige Schwächen hat, darauf gehe ich jetzt im Test von Russian Fishing 4 ein.

Grafik, Sound & Atmosphäre

Leider kann Russian Fishing 4 bei der Grafik überhaupt nicht überzeugen und sieht auch nur an manchen Stellen halbwegs gut aus. Auch die Optimierung ist ziemlich miserabel und das Spiel bringt meine 1080 TI ganz gut in Fahrt, obwohl die Grafik oder die Kartengröße dies nicht einmal ansatzweise rechtfertigen würde. Selbst theHunter: Call of the Wild, was einfach nur atemberaubend gut aussieht und riesige Karten hat, läuft deutlich flüssiger. Nur die Fische, welche man aus dem Wasser zieht, so wie Angeln & Co, sehen gut aus. Der Rest ist leider sehr dürftig und es gibt selten Momente, in denen mir die Grafik der Umgebung ansatzweise gefällt.

Beim Sound gibt es leider auch nicht so viel zu loben. Das Spiel bietet zwar Geräuschkulissen für die Atmosphäre, diese sind aber, meiner Meinung nach, in anderen Spielen deutlich besser ausgefallen. Die Soundeffekte hingegen sind ganz ordentlich, wie zum Beispiel das Drilling oder Auswerfen der Angel, auch wenn der eine oder andere Sound, wie das Essen von Karotten, mir immer wieder die Nackenhaare aufstellt.

Russian Fishing 4 GameplayDie Atmosphäre von Russian Fishing 4 ist, trotz der grafischen und soundtechnischen Mängel, ziemlich dicht und man ist schnell im virtuellen Anglerdasein gefangen. Wenn ich am Angeln bin, muss ich immer wieder auf die Uhr schauen, damit ich nicht viel zu spät aufhöre und Dinge vergesse, wie zum Beispiel diesen Test zu schreiben. Die Sogwirkung setzt aber erst dann richtig ein, wenn man das Spiel halbwegs verstanden hat und sich selber gut zurechtfindet, dann packt es einen aber richtig und man ist stundenlang am Fangen der virtuellen Fische.

Story & Gameplay

Das Storysegment des Tests ist in diesem Fall nur obligatorisch, da es sich hier um einen Simulator handelt, welcher keinerlei Story besitzt. Wir sind ein Angler und wollen Fische, das war’s.

Beim Gameplay hingegen ist Russian Fishing 4 sehr komplex und es gibt viele Möglichkeiten, welche einen Anfänger schnell erschlagen können. Zum Glück hat das Spiel eine sehr aktive Community, auch im deutschen Bereich, welche sehr hilfsbereit jedem Neuling zur Seite steht, insofern er Hilfe sucht. Ohne diese Hilfe wäre das Spiel leider kaum spielbar, da es nur sehr bedingt ein Tutorial gibt und dieses auch nicht wirklich alles erklärt, was das Spiel zu bieten hat. Ich wäre, ohne die Hilfe der Community und diverser Youtube-Videos komplett aufgeschmissen gewesen.

Es gibt aktuell drei verschiedene Arten zu fischen: Pose, Spin & Grund. Beim Posenfischen tut ihr genau das, was man zum Beispiel aus dem Fernsehen kennt. Ihr werft eine Angel aus, seht eine Pose auf dem Wasser und wenn ein Fisch anbeißt, dann geht die Pose unter. Das Posenfischen ist meiner Meinung nach am schlechtesten umgesetzt, da vor allem die anfängliche Stippe einen Anfänger schnell zur Verzweiflung bringen kann, da das Herausziehen mit dem Linksklick nicht immer die beste Wahl ist und gerade mit einem schlechten Haken kann dies zur Herausforderung werden. Auch ist die Bolognese-Rute nicht besser, welche ein Upgrade zur Stippe darstellt und für mich leider ein kompletter Fehlkauf war. Das Posenfischen haben andere Spiele, wie theFisher Online, viel besser gelöst.

Beim Grundangeln und Spinning hat das Spiel aber alles richtig gemacht. Beim Grundangeln werfen wir eine beschwerte Schnur aus, welche dann am Grund des Sees (deswegen Grundangeln) liegt und dort auf Beute wartet. Da es bei dem Grundangeln keine Pose gibt, welche uns auf einen Biss hinweisen kann, sind wir hierbei auf eine Klingel angewiesen. Die Klingel bimmelt immer genau dann, wenn die Leine weggezogen wird oder ein starker Biss registriert wird.

Das Spinning ist noch einmal ganz andere Geschichte, da man hier aktiv einen Kunstköder durch das Wasser zieht. Hier können auch Blinker oder künstliche Fische verwendet werden. Man wirft also die Schnur aus und zieht diese wieder rein, während sich beim Einholen Raubfische den Köder schnappen können und sich verhaken.

Ich habe die drei Methoden nur kurz umschrieben, da das Spiel sehr komplex ist und viele Sachen eine Auswirkung auf das Gameplay der jeweiligen Angelart haben. Jede Art kann stark individualisiert und angepasst werden, alleine durch die vielfältige Auswahl an Haken, Angeln & Co.  Diese sind allerdings, wenn man weiter im Spiel voranschreiten will, sehr teuer und das Spiel artet sehr schnell in einen Grind aus, welcher teilweise tagelang gehen kann, bevor man sich ein neues Stück kaufen kann. Gerade die Angeln und Spulen sind später verdammt teuer, was das Spiel zu einem wahren Grindfest macht. Genau dieser Aspekt gefällt aber vielen Spielern und auch mir, besonders da der Premium-Status dafür nicht unbedingt nötig ist.

Das Premium-Abo, welches man für das Spiel abschließen kann, erleichtert das Leveln stark und erlaubt das Nutzen vielerlei Features, wie zum Beispiel eigene Wettbewerbe zu erstellen oder Sachen zu verschenken. Ab einem gewissen Punkt, ungefähr um Level 20  rum, wird das Spiel sehr langatmig und das Leveln fällt sehr schwer, was viele Leute zum Abschließen eines Premiumabos bringt. Wenn man viel Zeit in das Spiel steckt und gut unterhalten wird, ist dies natürlich auch nicht verwerflich, aber meiner Beobachtung nach wird es ab einem gewissen Punkt fast unmöglich weiterzukommen, wenn man dieses Abo nicht besitzt. Wen das hingegen motiviert, der wird vielleicht dadurch sogar noch länger Spaß an Russian Fishing 4 haben.

Russian Fishing 4 ist wohl das komplexeste Angelspiel, welches ich jemals gespielt habe. Gerade der Kampf mit dem Fisch ist sehr gut dargestellt und es bedarf einer guten Vorbereitung, so wie passender Ausrüstung, damit man die richtig dicken Brocken an Land holen kann. Schon ab Gewichten von 3 bis 5 kg werden die Fische zu wahren Kämpfern und wenn man nicht gerade eine top Ausrüstung hat, dann kann man sich auf einen harten Kampf einstellen. Diese Kämpfe, insofern man sie nicht möchte, kann man aber vermeiden. Zwar lassen sie sich nicht gänzlich vermeiden, aber wählt man z. B. einen kleinen Haken, dann interessieren sich viele der größeren Fische eher weniger dafür und es beißen eher kleinere an. Dies war jedenfalls meine Beobachtung und da das Spiel sehr komplex ist, wird über solche Dinge viel spekuliert und man weiß nie so ganz, was jetzt stimmt oder nicht. Hier sollte man auf jeden Fall seine eigenen Erfahrungen machen und sich austauschen.

Das Skillsystem, welches einige Punkte umfasst, ist ebenfalls sehr komplex und vor allem eins: langatmig. Alle Skills werden in Prozent gemessen und wer auf Prozente wie 50, 70 oder gar 100 kommen möchte, der hat einiges an Arbeit und Spielzeit vor sich. Bis ungefähr 30 % ist das Leveln der Skillbäume noch recht angenehm, aber ab dann geht der Grind richtig los und es darf sehr lange auf Verbesserungen gewartet werden. Wer ab diesen Punkt nicht häufig spielt oder kein Premium besitzt, wird nur sehr selten eine Verbesserung sehen.

Durch die Skills können verschiedenste Features freigeschaltet werden, wie zum Beispiel das Herstellen von Futtermischungen, Kunstködern oder eine verbesserte Chance auf das Fangen von  sogenannten “Trophys”(besonders große Fische einer Gattung).

Ansonsten gibt es im Spiel allerlei Seen & Flüsse, welche von euch befischt werden können und diese werden mit steigenden Level freigeschaltet. Für diese neuen Ortschaften sollte man aber die passende Ausrüstung mitbringen, da gerade in den hohen Gebieten einige Brocken im Wasser schwimmen, welche man nicht unterschätzen sollte.

Fazit

Russian Fishing 4 ist der wohl komplexeste und beste Angelsimulator, welcher zum Zeitpunkt des Tests auf dem Markt ist. Im Test von Russian Fishing 4 hatte ich sehr viel Spaß und habe stundenlang mit dem Fischen verbracht, auch dann, wenn ich eigentlich andere Dinge zu tun hatte, wie diesen Test hier zu schreiben. Das Spiel ist sehr grindlastig und kann zur Arbeit werden, vor allem wenn man unbedingt eine Rute oder eine bestimmte Sache freischalten möchte, welche noch in weiter Ferne liegt.

Wer mit der grindlastigen Natur kein Problem hat und sich für das Fischen begeistern kann, sollte definitiv einen Blick auf Russian Fishing 4 werfen.

Russian Fishing 4 downloaden:

Download: https://rf4game.de/download/

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